http://www.aljazeera.net/NR/exeres/F06E0D8B-BE98-445A-9752-8E7EA9DAD30F.htm
Kurz vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 hat al-Dschasira nach eigenen Angaben bislang unbekanntes Filmmaterial über Osama bin Laden ausgestrahlt. Es zeigt den Qaida-Chef bei einem Treffen mit Planern des Attentats, darunter Ramzi Binalshib.
Dubai - Laut al-Dschasira zeigt das Video führende Mitglieder der Terrorgruppe bei der Vorbereitung der Anschläge. Einige der Terroristen wurden gezeigt, während sie ein Guerillatraining absolvierten. Der Sender strahlte die Bilder in einer Sendung anlässlich des 5. Jahrestages der Anschläge von New York und Washington aus. Dabei waren am 11. September 2001 in den USA fast 3000 Menschen getötet worden.
Zu sehen sind Osama Bin Laden, sein Stellvertreter Mohammed Atef, auch als Abu Hafs al-Masri bekannt, und Binalshibh, den die internationalen Terrorfahnder für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich machen. In einer Szene werden auch Teile des aufgezeichneten letzten Willens von zwei 9/11-Attentätern ausgestrahlt: Wail al-Shari, der mit dem American Airlines-Jet in den Nordturm des World Trade Centers flog, und Hamsa al-Ghamdi, der an Bord des Flugs UA 175 in den Südturm raste. Er sagte: "Wenn wir die Demütigungen hinnehmen, wird sich der Feind von Jerusalem bis Mekka ausbreiten."
Al-Dschasira teilte nicht mit, woher er das Material hat. Produziert wurde es von As-Sahab, einer Medienabteilung der Qaida.
Atef kam 2001 bei einem US-Luftangriff in Afghanistan ums Leben. Binalshibh war vor vier Jahren in Pakistan gefasst worden und daraufhin vermutlich in einem CIA-Gefängnis außerhalb der USA ohne Verfahren inhaftiert worden. Erst vor wenigen Tagen wurde er ins US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba gebracht. US-Präsident George W. Bush kündigte an, ihm vor einem Militärgericht den Prozess machen zu wollen.
Die Aufnahmen zeigen Bin Laden auch, wie er in einer schwarzen Umhang und mit einem weißen Tuch auf dem Kopf durch die Berge geht. Er lächelt, als er, so die Ansage in dem Beitrag, einige der Flugzeugentführer vom 11. September empfängt.
Unterdessen hat der US-Senat eine Finanzspritze von 200 Millionen Dollar (rund 157 Millionen Euro) zur Suche nach Osama bin Laden, bewilligt. Mit dem Geld soll eine spezielle Geheimdienst-Einheit zu diesem Zweck gegründet werden. Darüber hinaus muss das Pentagon künftig alle drei Monate den Senatoren über ihre Fortschritte auf der Jagd nach dem Drahtzieher der Anschläge vom 11. September berichten.
Änderungen im Strafrecht für "radikalisierte Einzeltäter"
: "Wenn jemand nachweislich in einem Terrorausbildungscamp in Pakistan war, von dem bekannt ist, dass dort mehr als religiöse Ertüchtigung gelehrt wird, sollte man ihn dafür in Deutschland bestrafen können." Begleitend könnten auch andere Indizien hinzugezogen werden wie das Herunterladen von Bombenbauanleitungen aus dem Internet. "Diese Änderungen hätten eine Signalwirkung an gewaltbereite Islamisten."
Die Gefahr islamistischer Anschläge in Deutschland sei nach den Drohungen von Islamisten, mögliche Bombenattentäter einzuschleusen, konkreter geworden, betonte Schmalzl. In Pakistan konzentrierten sich die Aktivitäten gewaltbereiter Islamisten. Allerdings sei das Land auch Anziehungspunkt vieler Gläubiger, die dort Madrassen (islamistisch orientierte Religionsschulen) besuchten. Es bestehe kein Zweifel, dass in vielen dieser Schulen Gewalt gepredigt werde, sagte Schmalzl. "Dort liegen nicht nur Gebetsbücher herum. Da darf man nicht naiv sein, das geht ineinander über. Gewisse Moscheen und Madrassen sind Durchgangsstationen zum Dschihadismus, dem islamistisch motivierten Terrorismus."
Er warnte jedoch vor einem Generalverdacht gegenüber jungen Muslimen, die nach Pakistan reisen: "Selbst nicht bei jedem, der von den pakistanischen Sicherheitsbehörden aufgegriffen und verhaftet wird, ist per se davon auszugehen, dass er in Deutschland oder anderswo Gewalttaten plant." Wichtig sei, jeden Einzelfall aufzuklären und gegebenenfalls auch streng zu ahnden.
Dienstag, 9. September 2008
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