Donnerstag, 24. Dezember 2009
Sonntag, 6. Dezember 2009
Optionen für Israel
WELT: Welche Optionen haben die Israelis?
Lewis: An der Waffenstillstandslinie festzuhalten oder einseitig eine Grenze zu ziehen. Besser wäre, wenn das bilateral geschähe. Aber ohne gegenseitige Anerkennung und Verhandlungen ist dies unmöglich. Die Wahl, die die Israelis haben, liegt also nicht zwischen einer verhandelten und einer einseitigen Grenze, sondern zwischen einer einseitigen Grenze oder gar keiner Grenze.
WELT: Haben die iranischen Herrscher durch die Hamas-Regierung neue Hebel erhalten, im palästinensisch-israelischen Konflikt mitzumischen?
Lewis: Ja, sie unterstützen nun auch die Hamas, ganz abgesehen von der Hisbollah. Sie haben versprochen, die Hamas zu finanzieren, was sie gewiß einhalten werden. Sie lieferten bereits Waffen. Fraglos auch, daß sie andere Palästinenser fördern wie den Islamischen Dschihad.
WELT: Worin liegen die Alternativen für den islamischen Raum und den Nahen Osten?
Lewis: Entweder sie werden erfolgreich demokratische Institutionen entwickeln, wie es im Irak und in anderen Ländern trotz aller Probleme begann, oder es wird einen endlosen Kampf zwischen Islam und Christentum geben. Der führt zur allgemeinen gegenseitigen Zerstörung. Wenn es dann noch eine gemeinsame Zukunft gibt, bestreiten diese Indien und China, die kommenden Supermächte des ausgehenden
Lewis: An der Waffenstillstandslinie festzuhalten oder einseitig eine Grenze zu ziehen. Besser wäre, wenn das bilateral geschähe. Aber ohne gegenseitige Anerkennung und Verhandlungen ist dies unmöglich. Die Wahl, die die Israelis haben, liegt also nicht zwischen einer verhandelten und einer einseitigen Grenze, sondern zwischen einer einseitigen Grenze oder gar keiner Grenze.
WELT: Haben die iranischen Herrscher durch die Hamas-Regierung neue Hebel erhalten, im palästinensisch-israelischen Konflikt mitzumischen?
Lewis: Ja, sie unterstützen nun auch die Hamas, ganz abgesehen von der Hisbollah. Sie haben versprochen, die Hamas zu finanzieren, was sie gewiß einhalten werden. Sie lieferten bereits Waffen. Fraglos auch, daß sie andere Palästinenser fördern wie den Islamischen Dschihad.
WELT: Worin liegen die Alternativen für den islamischen Raum und den Nahen Osten?
Lewis: Entweder sie werden erfolgreich demokratische Institutionen entwickeln, wie es im Irak und in anderen Ländern trotz aller Probleme begann, oder es wird einen endlosen Kampf zwischen Islam und Christentum geben. Der führt zur allgemeinen gegenseitigen Zerstörung. Wenn es dann noch eine gemeinsame Zukunft gibt, bestreiten diese Indien und China, die kommenden Supermächte des ausgehenden
WAnn sind wir muslimisch ? - Was ist daran schlecht ?
Leopold5, 02. 12. '09 09:27
Im Jahr 2051 wird Österreichs Jugend mehrheitlich muslimisch sein!
Behauptet die Akademie der Wissenschaften:
"If current fertility trends remain constant, Islam could represent the majority religion for those below 15 years of age in 2051."
http://www.oeaw.ac.at/vid/download/WP2006_01.pdf
Siehe Seite 1.meldenantworten
Leopold5, 02. 12. '09 00:41
Ein muslimischer Kontinent - Bernard Lewis über Europas Zukunft
Nach Bernard Lewis wird Europa ein muslimischer Kontinent:
http://www.welt.de/print-welt/article211453/Ein_muslimischer_Kontinent_Bernard_Lewis_ueber_Europas_Zukunft.html
Bernard Lewis ist übrigens der weltweit anerkannteste Islamwissenschaftler. Professor in Princeton, mittlerweile 93 Jahre alt.meldenantworten
Im Jahr 2051 wird Österreichs Jugend mehrheitlich muslimisch sein!
Behauptet die Akademie der Wissenschaften:
"If current fertility trends remain constant, Islam could represent the majority religion for those below 15 years of age in 2051."
http://www.oeaw.ac.at/vid/download/WP2006_01.pdf
Siehe Seite 1.meldenantworten
Leopold5, 02. 12. '09 00:41
Ein muslimischer Kontinent - Bernard Lewis über Europas Zukunft
Nach Bernard Lewis wird Europa ein muslimischer Kontinent:
http://www.welt.de/print-welt/article211453/Ein_muslimischer_Kontinent_Bernard_Lewis_ueber_Europas_Zukunft.html
Bernard Lewis ist übrigens der weltweit anerkannteste Islamwissenschaftler. Professor in Princeton, mittlerweile 93 Jahre alt.meldenantworten
Freitag, 4. Dezember 2009
Too much fear
Von Martin Staudinger und Robert Treichler
Eine islamische Republik mitten in Europa: Fast alle Frauen tragen einen Schleier, einige sogar den Niqab, der wie die Burka Gesicht und Körper zur Gänze verhüllt. Während des Fastenmonats Ramadan haben die meisten Fastfood-Restaurants, etwa das „Mk’Halal“ (von arabisch „halal“, deutsch: rein, erlaubt), tagsüber geschlossen. Auf den Standesämtern ringen die Beamten mit den Bräutigamen darum, dass auch die Braut Auskunft über ihren Hochzeitswunsch geben darf. Im Erdgeschoß der Hochhäuser sind zahlreiche Moscheen untergebracht, bevorzugte religiöse Ausrichtung: ein fundamentalistischer Islam salafistischer Prägung.
Diese Enklave heißt Venissieux, zählt 60.000 Einwohner und ist ein Vorort von Lyon, der drittgrößten Stadt der laizistischen Republik Frankreich. Hier hat der Islam längst über die westliche Kultur gesiegt. Französische Medien berichten mit einer Mischung aus Schaudern und Exotismus über diesen Ort, an dem die abendländischen Albträume wahr geworden sind.
Sieht das Europa der nächsten Generation, sagen wir: im Jahr 2050, aus wie Venissieux schon heute?
Glaubt man den Modellen der Demografen, dann ist jetzt schon klar: Die Zahl der Moslems in Europa wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark steigen, durch Zuwanderung und eine höhere Geburtenrate.
Für Rechtspopulisten wie Geert Wilders (Niederlande), Filip Dewinter (Belgien) oder Heinz-Christian Strache (Österreich) sind diese Prognosen ein gefundenes Fressen. Mit ihnen lässt sich das Horrorszenario einer durchislamisierten Gesellschaft zeichnen, in der statt einer Rechtsprechung westlich-demokratischen Zuschnitts die Scharia gilt, das Christentum an den Rand gedrängt wird und die abendländische Kultur nur noch im Völkerkundemuseum zu besichtigen ist – und in der Wiens Bürgermeister mit Vornamen Ahmed oder Selim heißt, Heurigenwirte meidet und stattdessen jeden Freitag in der Moschee betet.
Das Trügerische und Verführerische daran ist die Zwangsläufigkeit, mit der die Entwicklung Europas von einer freien Gesellschaft zur islamischen Theokratie dargestellt wird. Denn im Gegensatz zur Tatsache, dass sich das religiöse Gefüge des Kontinents verschiebt, ist die wesentliche Frage überhaupt nicht geklärt: wie sich diese Veränderung in den kommenden Jahrzehnten tatsächlich auf die Kultur und die Gesellschaft auswirken wird.
Eine islamische Republik mitten in Europa: Fast alle Frauen tragen einen Schleier, einige sogar den Niqab, der wie die Burka Gesicht und Körper zur Gänze verhüllt. Während des Fastenmonats Ramadan haben die meisten Fastfood-Restaurants, etwa das „Mk’Halal“ (von arabisch „halal“, deutsch: rein, erlaubt), tagsüber geschlossen. Auf den Standesämtern ringen die Beamten mit den Bräutigamen darum, dass auch die Braut Auskunft über ihren Hochzeitswunsch geben darf. Im Erdgeschoß der Hochhäuser sind zahlreiche Moscheen untergebracht, bevorzugte religiöse Ausrichtung: ein fundamentalistischer Islam salafistischer Prägung.
Diese Enklave heißt Venissieux, zählt 60.000 Einwohner und ist ein Vorort von Lyon, der drittgrößten Stadt der laizistischen Republik Frankreich. Hier hat der Islam längst über die westliche Kultur gesiegt. Französische Medien berichten mit einer Mischung aus Schaudern und Exotismus über diesen Ort, an dem die abendländischen Albträume wahr geworden sind.
Sieht das Europa der nächsten Generation, sagen wir: im Jahr 2050, aus wie Venissieux schon heute?
Glaubt man den Modellen der Demografen, dann ist jetzt schon klar: Die Zahl der Moslems in Europa wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark steigen, durch Zuwanderung und eine höhere Geburtenrate.
Für Rechtspopulisten wie Geert Wilders (Niederlande), Filip Dewinter (Belgien) oder Heinz-Christian Strache (Österreich) sind diese Prognosen ein gefundenes Fressen. Mit ihnen lässt sich das Horrorszenario einer durchislamisierten Gesellschaft zeichnen, in der statt einer Rechtsprechung westlich-demokratischen Zuschnitts die Scharia gilt, das Christentum an den Rand gedrängt wird und die abendländische Kultur nur noch im Völkerkundemuseum zu besichtigen ist – und in der Wiens Bürgermeister mit Vornamen Ahmed oder Selim heißt, Heurigenwirte meidet und stattdessen jeden Freitag in der Moschee betet.
Das Trügerische und Verführerische daran ist die Zwangsläufigkeit, mit der die Entwicklung Europas von einer freien Gesellschaft zur islamischen Theokratie dargestellt wird. Denn im Gegensatz zur Tatsache, dass sich das religiöse Gefüge des Kontinents verschiebt, ist die wesentliche Frage überhaupt nicht geklärt: wie sich diese Veränderung in den kommenden Jahrzehnten tatsächlich auf die Kultur und die Gesellschaft auswirken wird.
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